{"id":1156,"date":"2022-09-28T23:10:56","date_gmt":"2022-09-28T21:10:56","guid":{"rendered":"https:\/\/www.kunstbuero-bw.de\/?post_type=material&#038;p=1156"},"modified":"2024-02-14T12:57:14","modified_gmt":"2024-02-14T11:57:14","slug":"8-fragen-ansusanne-kriemann","status":"publish","type":"material","link":"https:\/\/www.kunstbuero-bw.de\/de\/material\/8-fragen-ansusanne-kriemann\/","title":{"rendered":"8 FRAGEN AN SUSANNE KRIEMANN"},"content":{"rendered":"\n<div class=\"wp-block-columns p-outer is-layout-flex wp-container-core-columns-is-layout-1250aeed wp-block-columns-is-layout-flex\">\n<div class=\"wp-block-column is-layout-flow wp-container-core-column-is-layout-2c6112b3 wp-block-column-is-layout-flow\" style=\"flex-basis:50%\"><div class=\"taxonomy-materialtype wp-block-post-terms\"><a href=\"https:\/\/www.kunstbuero-bw.de\/de\/materialtype\/interviews\/\" rel=\"tag\">Interviews<\/a><\/div>\n\n<h1 class=\"wp-block-post-title has-xlarge-font-size\">8 FRAGEN AN SUSANNE KRIEMANN<\/h1>\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Susanne Kriemann arbeitet im Bereich der k\u00fcnstlerischen Fotografie und lehrt seit 2017 an der Hochschule f\u00fcr Gestaltung in Karlsruhe. Aktuell ist sie als Mentorin am Pilot-Jahrgang des Kunstb\u00fcro Mentoring beteiligt.<br>Sie studierte in Stuttgart bei Joseph Kosuth und Joan Jonas und nahm am Programme de recherche an der \u00c9cole nationale sup\u00e9rieure des beaux-arts in Paris teil.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Susanne Kriemanns k\u00fcnstlerische Praxis ist durch einen erweiterten Fotografie-Begriff gekennzeichnet. Ihre Arbeitsmethoden reichen von der Recherche in Archiven \u00fcber Feldforschung bis hin zur Anwendung verschiedener fotografischer Aufnahme- und Druckverfahren. Neben einer Reihe von Publikationen \u00fcber ihre Arbeit sind seit 1998 siebzehn K\u00fcnstlerb\u00fccher entstanden.<br>Susanne Kriemanns Arbeit wurde vielfach international ausgestellt, sie nahm an zahlreichen Biennalen, Festivals und Artist-in-Residence Programmen teil und war bis 2017 Advisor bei der Van Eyck Akademie, Maastricht. Gemeinsam mit Aleksander Komarov gr\u00fcndete sie das Residenzprogramm AIR Berlin Alexanderplatz.&nbsp;<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\"><a href=\"http:\/\/www.susannekriemann.info\/\">www.susannekriemann.info<\/a><\/p>\n\n\n\n<div style=\"height:100px\" aria-hidden=\"true\" class=\"wp-block-spacer\"><\/div>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\"><strong><strong>1. Du hast dein Studium 1997 an der Staatlichen Akademie der Bildenden&nbsp;K\u00fcnste&nbsp;in Stuttgart abgeschlossen. Welches waren deine ersten Schritte in die professionelle k\u00fcnstlerische<\/strong>&nbsp;<strong>T\u00e4tigkeit?<\/strong><\/strong><\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Bei einem selbstorganisierten Aufenthalt in Reykjavik auf Island stellte ich mir die Frage, ob ich mich als K\u00fcnstlerin eher in Bezug zum urbanen Raum oder zur wilden Natur setzen m\u00f6chte. Ich war sehr inspiriert von den Arbeiten Roni Horns und der fr\u00fchen Musik von Bj\u00f6rk. Aus dem zweimonatigen Aufenthalt gingen meine ersten selbstgemachten B\u00fccher in Kleinstauflagen hervor. Neben dieser k\u00fcnstlerischen Produktion z. B. des Buches &#8222;Island 1998&#8220;, welches gro\u00dfformatige Bilder der unendlichen weiten Landschaften Islands mit darin kaum wahrnehmbaren Menschen und Gedichten aus &#8222;Blue&#8220;, dem letzten Film des britischen Filmregisseurs und Malers Derek Jarman aus dem Jahr 1993 zusammen stellte, war diese Reise auch ein echter Trip zur Selbstfindung.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\"><strong><strong>2. Welche Stipendien, Preise und anderen F\u00f6rderungen hast du zu Beginn deiner k\u00fcnstlerischen Selbstst\u00e4ndigkeit erhalten? Inwiefern haben dich diese Programme bei der Weiterentwicklung deiner Arbeit unterst\u00fctzt? Und welche Formen der K\u00fcnstler:innen-F\u00f6rderung w\u00fcrdest du dir dar\u00fcber hinaus w\u00fcnschen?<\/strong><\/strong><\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Mein erstes Stipendium habe ich 1995 vom Verein f\u00fcr internationalen Kulturaustausch K\u00fcnstlerwege e. V. verliehen bekommen. Es beinhaltete einen dreimonatigen Aufenthalt in Moskau, noch w\u00e4hrend meines Studiums. F\u00fcnf Jahre nach dem Zerfall der Sowjetunion befand sich Moskau in politischen Unruhen. Dieser gro\u00dfe Wendepunkt war in der Metropole \u00fcberall sichtbar. Die ausl\u00e4ndischen Investoren, eine sich formende Mafia und korrupte Politiker missachteten den Hunger in der Gesellschaft, den dieser Wendepunkt verursacht hatte. Gleichzeitig konnten wir einen tieferen Einblick in wilde und freie Gemeinschaften in den Student:innen-H\u00e4usern, Bars und unabh\u00e4ngigen Kulturtreffs bekommen. Das war so \u00fcberw\u00e4ltigend, dass ich nach meiner R\u00fcckkehr nach Stuttgart mehrere Wochen total zur\u00fcckgezogen lebte, um das alles zu verarbeiten und in Bez\u00fcge zu setzen. Die Fotos, die ich damals machte, sind nie zu einer Arbeit geworden. Die Erfahrungen aus dem K\u00fcnstleraufenthalt selbst bleiben bis heute lebendig.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Nach dem Studium bewarb ich mich f\u00fcr eine Reisef\u00f6rderung des DAAD sowie eine F\u00f6rderung des Deutsch-Franz\u00f6sische-Jugendwerkes (DFJW). Damit lebte ich \u00fcber ein Jahr in Paris und hatte ein kleines Studio an der Cit\u00e9 internationale des arts.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Die Auslandsaufenthalte in den ersten Jahren nach dem Studium haben am meisten in Bezug auf Ideenfindung bewirkt. Einige meiner Kolleg:innen haben in Ateliers professionell arbeitender K\u00fcnstler:innen gejobbt, das habe ich nicht gemacht, was ich im Nachhinein ehrlich gesagt etwas bereue. Das professionelle Arbeiten habe ich mir selbst beibringen m\u00fcssen und es hat einfach l\u00e4nger gedauert.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Dass es zum Beispiel Erasmus-F\u00f6rderungen gibt, bei denen Post-Diplomand:innen im nahen Ausland f\u00fcr ein paar Monate f\u00fcr K\u00fcnstler:innen arbeiten k\u00f6nnen und diese Arbeit durch ein Stipendium gef\u00f6rdert wird, erscheint mir sinnvoll.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Am intensivsten an der Formulierung meiner Arbeiten habe ich 2004\/2005 an der Rijksakademie van Beeldende Kunsten (Stichting Rijksakademie van Beeldende Kunsten) in Amsterdam gelernt. Das war sieben Jahre nach meinem Studienabschluss. Damals gab es in den Niederlanden eine Basisf\u00f6rderung f\u00fcr Postgraduierte, ein bisschen wie ein bedingungsloses Grundeinkommen f\u00fcr die ersten Jahre Berufseinstieg.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Nachdem ich sieben Jahren lang gelernt hatte, den G\u00fcrtel enger schnallen zu m\u00fcssen, f\u00fchlte sich dieses durchfinanzierte Post-Studium fast wie ein Verw\u00f6hnt-werden an.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\"><strong><strong>3. Welche Strukturen sind f\u00fcr dich wichtig, um deine k\u00fcnstlerische Praxis voranzubringen? Wie organisierst du dich?<\/strong><\/strong><\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">In Deutschland gibt es viele M\u00f6glichkeiten f\u00fcr Stipendien und K\u00fcnstlerreisen, aber wenn man die Arbeiten im Anschluss nicht zeigen kann, wenn das Publikum nicht in Dialog tritt, dann ist das eher demotivierend. F\u00fcr mich sind Ausstellungen am wichtigsten, da sie einen Punkt im Prozess markieren, an dem meine Recherche zu einem sichtbaren, begehbaren, bl\u00e4tterbaren Gebilde wird. Ausstellungen geben eine Struktur f\u00fcr den Arbeitsflow und fassen dadurch meine Recherchen, die ich immer in Zusammenarbeit mit Autor:innen, Wissenschaftler:innen und schlie\u00dflich in der Gestaltung mit Menschen aus den Bereichen Druck, Design und Raumkonzeption entwickle, zusammen. Die kleinen Galerien, die Kunstvereine, die K\u00fcnstlerh\u00e4user und Einrichtungen wie der BBK sollten jungen K\u00fcnstler*innen die Erfahrungen der Sichtbarkeit und des Dialoges erm\u00f6glichen, dies sollte viel mehr gef\u00f6rdert werden!<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\"><strong><strong>4. K\u00fcnstler:innen sind heute nicht mehr nur f\u00fcr ihre Arbeit im engeren Sinne verantwortlich sondern dar\u00fcber hinaus auch f\u00fcr Bedeutungsproduktion, Selbstinszenierung, Vermittlung und Vermarktung der eigenen Arbeit. Hast&nbsp;du&nbsp;den Eindruck, dass K\u00fcnstler:innen heute oder in Zukunft mit anderen Kompetenzen ausgestattet sein m\u00fcssen als vor zehn, zwanzig<\/strong>&nbsp;<strong>Jahren?<\/strong><\/strong><\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Diese Kompetenzen waren f\u00fcr K\u00fcnstler:innen schon immer wichtig. Sie wurden lediglich nie gro\u00df thematisiert weil die klassische Erfolgsgeschichte sich auf die wenigen Biografien konzentriert, die schon sehr fr\u00fch Personen um sich versammeln konnten, welche diese T\u00e4tigkeiten f\u00fcr sie \u00fcbernommen haben. Oder es wurde schlicht ausgeblendet, weil das alles nicht so romantisch und aufregend klingt. Leider spiegelt sich dies auch immer noch in der aktuellen k\u00fcnstlerischen Ausbildung wider. Zu kaum einem Zeitpunkt wird in Kunstakademien dar\u00fcber gesprochen, wer, wie, wann, wo und warum im Kunstbetrieb sichtbar ist, welche Verwertungsmechanismen dahinter stecken, welche Gelder woher und wohin flie\u00dfen, wie man die eigene Position besser kommunizieren kann und geschweige denn in Kontakt mit Galerien oder Institutionen kommt. Da herrscht gro\u00dfe Stille. Dass diese Kompetenzen langsam sichtbarer werden, ist glaube ich Einrichtungen wie dem Kunstb\u00fcro oder den Berufsverb\u00e4nden zu verdanken, die sowohl f\u00fcr angehende K\u00fcnstler:innen als auch f\u00fcr die \u00d6ffentlichkeit ein realistischeres Bild des Berufs zeichnen.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\"><strong>5. Wie erlebst du die Arbeits- und Rahmenbedingungen des Kunstbetriebs, insbesondere im Kontext der aktuellen Krise?<\/strong><\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Die Menschen werden in ihre Zeit geboren, und k\u00f6nnen sich darin auch gut bewegen. Ich sehe wie motiviert und organisiert die Studierenden z. B. an der HfG sich vernetzen und sich mit Themen zu queer, trans und transnational besch\u00e4ftigen und habe oft den Eindruck, dass eher wir als \u00e4ltere Generation einen Reset brauchen. Die junge Generation f\u00fchrt Gespr\u00e4che \u00fcber Politik im Kunst- und Universit\u00e4ts-Kontext. Sie setzt sich mit den Strukturen der Institutionen und mit Selbstorganisation auseinander. Das bildet sich in den &#8222;Creative Commons&#8220;, den &#8222;More-Than-Humans&#8220;, in Projekten wie <\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">&#8222;Fridays for Future&#8220;, &#8222;Gr\u00fcne Hochschule von unten&#8220;, &#8222;Friends of the Earth&#8220; oder der &#8222;Bewegung der Landlosen&#8220; ab. In diesen Bewegungen sehe ich M\u00f6glichkeiten, um in einer Welt im Klimawandel \u00fcberhaupt weiter handeln zu k\u00f6nnen. Schon in den 1980er Jahren war die Umweltbewegung in Deutschland sehr stark durch die j\u00fcngere Generation vertreten. Die Erfahrungen aus Tschernobyl hatten uns alle voll im Griff. Wir haben uns f\u00fcr erneuerbare Energien, weniger Plastik, weniger CO2, weniger Autos, weniger Treibhausgase und so weiter eingesetzt. Warum sind die negativen Entwicklungen seit dieser Zeit immer weiter fortgeschritten? Wie kann ich dies f\u00fcr mich selbst erkl\u00e4ren? Wie f\u00fcr meine Kinder? Wie vor den Studierenden? Wir schauen gerade mit der Lupe auf diese Zeit zur\u00fcck (z. B. Beuys Jahr 2021) und sehen, wie die Demonstrationen eine Art \u203aWeichzeichnungsfilter\u2039 \u00fcber die Gesellschaft gelegt haben.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Gleichzeitig beschleunigen Industrie und Wirtschaft den Ressourcenabbau, die Auslagerung von g\u00fcnstigen Arbeitsabl\u00e4ufen, die Verdichtung des Verkehrsnetzes f\u00fcr eine Auto-orientierte Gesellschaft und die Abholzung der W\u00e4lder, als g\u00e4be es keine Widerst\u00e4nde.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\"><strong><strong><strong>6. Aktuell bist du als Mentorin am Pilot-Jahrgang des neuen Kunstb\u00fcro Mentoring beteiligt. Warum h\u00e4ltst du ein solches Programm heute f\u00fcr<\/strong>&nbsp;<strong>relevant?<\/strong><\/strong><\/strong><\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Ich halte es f\u00fcr sehr relevant und sehe darin eine Chance f\u00fcr die Mentor:innen und die Mentees gleicherma\u00dfen in einen Dialog zu treten, der unter den Prinzipien des gemeinsamen Handelns Erfahrungswerte und W\u00fcnsche zur Gestaltung einer k\u00fcnstlerischen Haltung anspricht und gegenseitig informiert. Gerade in Deutschland gibt es recht wenige Mentoring-Programme, das ist z. B. in den Niederlanden viel weiter ausgebaut, in Deutschland werden K\u00fcnstler*innen durch F\u00f6rderungen zumeist ausschlie\u00dflich finanziell unterst\u00fctzt aber f\u00fcr k\u00fcnstlerisches Arbeiten ist der Austausch wesentlich. Mentoring-Projekte wie das Kunstb\u00fcro Mentoring oder das Berlin program for artists sind wichtige Signale in diesem Zusammenhang. Bei der K\u00fcnstler:innen-Initiative AiR Berlin Alexanderplatz arbeiten wir 2021 auch mit der K\u00fcnstlerin Eva Berendes, die wiederum durch das \u00bbNeustart Kultur\u00ab-Programm vom Bund eine F\u00f6rderung zum Mentorship erhalten hat.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\"><strong><strong>7. Was interessiert dich an deiner Rolle als Mentorin und wie wird deine Zusammenarbeit mit Bogl\u00e1rka Balassa im Rahmen des Programms konkret aussehen?<\/strong><\/strong><\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Da das Mentoring-Programm auf 18 Monate angesetzt ist, kann sich ein gemeinsamer Prozess des Arbeitens entwickeln, der durch den langen Zeitraum zu einem echten Kennenlernen und einem wechselseitigen Vertrauen f\u00fchrt. Wir werden in einer Art kreisenden Bewegung arbeiten \u2013 diese Form des Lernens und des Austausches ist viel organischer als Projekte, die in einem eng gesteckten Zeitrahmen und unter dem Druck einer fixierten Produktion entstehen. Organisatorisches, inhaltliche Fragestellungen und praktischer Austausch k\u00f6nnen dabei immer wieder neu verhandelt werden.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\"><strong><strong>8. In deinen Recherche-basierten Arbeiten untersuchst du vom Menschen gemachte Prozesse und gelangst so u. a. zu einer Besch\u00e4ftigung mit Radioaktivit\u00e4t und Bergbau oder mit Arch\u00e4ologie und Denkm\u00e4lern. Woran arbeitest du<\/strong>&nbsp;<strong>aktuell?<\/strong><\/strong><\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Derzeit bin ich, pl\u00f6tzlich und eher unerwartet, tief in die Geschichte der europ\u00e4ischen Urw\u00e4lder und deren fragiler Situation seit den 1990er Jahren eingestiegen. Diesen Monat zeige ich in Zusammenarbeit mit Salonul de proiecte (organisiert durch die K\u00fcnstler:innen Alexandra Croitoru, Magda Radu, \u0218tefan Sava) in Bukarest \u2013 mit Unterst\u00fctzung der Art Encounters Foundation, Timi\u0219oara \u2013 erste prozesshafte Bilder und Texte, im Dialog mit dem Archiv Michai Orenveanu Image Collection. Darin fanden wir ein Konvolut von Fotografien, die Holzindustrie auf der einen, und die traumhaften Naturlandschaften der rum\u00e4nischen Urw\u00e4lder auf der anderen Seite darstellen. Dieses Thema ist sehr aktuell, da viele Fakten zu illegaler Abholzung und der damit verbundenen Korruption ver\u00f6ffentlicht wurden. Zusammenh\u00e4nge, die weitreichend verwebt sind mit billigen M\u00f6beln (Ikea ist hier nachweislich in Verantwortung zu ziehen) und anderen Holzprodukten, die in Europa und weltweit f\u00fcr g\u00fcnstigste Preise verkauft werden. Der Titel des visuellen Essays ist &#8222;Forest, frst, t (like teamwork)&#8220;.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Unsere Narrative legen den Fokus auf Strategien zur Bek\u00e4mpfung der Entwaldung und zur F\u00f6rderung von Alternativen zur derzeitigen massiven Urwaldzerst\u00f6rung. Die Texte werden mit Holzstaub gedruckt, den wir aus kaputten M\u00f6beln des schwedischen M\u00f6bel- Monguls gewonnen haben. Die Texte werden von Primitivprint Timi\u0219oara\/Bukarest im Siebdruck produziert.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Ein anderes sch\u00f6nes Projekt, an dem wir gerade arbeiten, ist das Buch mit dem Arbeitstitel &#8222;Never Ending Story. Das atomare Erbe im Archiv&#8220;. Es ist das Ergebnis einer interdisziplin\u00e4ren k\u00fcnstlerischen Forschung der Studierenden der HfG und basiert auf dem archiviertem Bildmaterial des ehemaligen Kernforschungszentrums Karlsruhe (KFK, heute KIT), der ersten atomaren Gro\u00dfforschungs-einrichtung in Deutschland, die 1956 gegr\u00fcndet wurde. Im Buch spiegelt sich die Pluralit\u00e4t der verschiedenen Perspektiven auf das polarisierende Thema Kernenergie-Forschung wider. Gleichzeitig verschr\u00e4nken sich die verschiedenen Narrative auf bildlicher und textlicher Ebene. Die Publikation wird 2021 bei Spector Books erscheinen und entwickelt vielschichtige Perspektiven auf die sozio-historische Dimension der Kernkraft, sowie auf die \u00dcberlieferungssituation des 210.000 Negative umfassenden Archivgutes des KFK. Das Buch entsteht n Zusammenarbeit mit Judith Milz, Friederike Sch\u00e4fer, Jonas Zilius und den Archivar*innen Klaus Nippert und Elke Leinweber.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">(Januar 2021)<\/p>\n<\/div>\n\n\n\n<div class=\"wp-block-column is-layout-flow wp-block-column-is-layout-flow\" style=\"flex-basis:40%\">\n<figure class=\"wp-block-image size-full is-style-colored-bg-pastel\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" width=\"667\" height=\"1000\" src=\"https:\/\/www.kunstbuero-bw.de\/wp-content\/uploads\/susannekriemann_2021.jpeg\" alt=\"\" class=\"wp-image-1098\" srcset=\"https:\/\/www.kunstbuero-bw.de\/wp-content\/uploads\/susannekriemann_2021.jpeg 667w, https:\/\/www.kunstbuero-bw.de\/wp-content\/uploads\/susannekriemann_2021-133x200.jpeg 133w, https:\/\/www.kunstbuero-bw.de\/wp-content\/uploads\/susannekriemann_2021-640x960.jpeg 640w, https:\/\/www.kunstbuero-bw.de\/wp-content\/uploads\/susannekriemann_2021-320x480.jpeg 320w\" sizes=\"auto, (max-width: 667px) 100vw, 667px\" \/><\/figure>\n<\/div>\n<\/div>\n","protected":false},"featured_media":1098,"template":"","materialtype":[40],"class_list":["post-1156","material","type-material","status-publish","has-post-thumbnail","hentry","materialtype-interviews"],"acf":[],"_links":{"self":[{"href":"https:\/\/www.kunstbuero-bw.de\/de\/wp-json\/wp\/v2\/material\/1156","targetHints":{"allow":["GET"]}}],"collection":[{"href":"https:\/\/www.kunstbuero-bw.de\/de\/wp-json\/wp\/v2\/material"}],"about":[{"href":"https:\/\/www.kunstbuero-bw.de\/de\/wp-json\/wp\/v2\/types\/material"}],"wp:featuredmedia":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.kunstbuero-bw.de\/de\/wp-json\/wp\/v2\/media\/1098"}],"wp:attachment":[{"href":"https:\/\/www.kunstbuero-bw.de\/de\/wp-json\/wp\/v2\/media?parent=1156"}],"wp:term":[{"taxonomy":"materialtype","embeddable":true,"href":"https:\/\/www.kunstbuero-bw.de\/de\/wp-json\/wp\/v2\/materialtype?post=1156"}],"curies":[{"name":"wp","href":"https:\/\/api.w.org\/{rel}","templated":true}]}}