{"id":4556,"date":"2023-11-16T18:14:50","date_gmt":"2023-11-16T17:14:50","guid":{"rendered":"https:\/\/www.kunstbuero-bw.de\/de\/?post_type=material&#038;p=4556"},"modified":"2023-11-23T12:46:59","modified_gmt":"2023-11-23T11:46:59","slug":"8-fragen-an-katrin-stroebel","status":"publish","type":"material","link":"https:\/\/www.kunstbuero-bw.de\/de\/material\/8-fragen-an-katrin-stroebel\/","title":{"rendered":"8 FRAGEN AN KATRIN STR\u00d6BEL"},"content":{"rendered":"\n<div class=\"wp-block-columns p-outer is-layout-flex wp-container-core-columns-is-layout-1250aeed wp-block-columns-is-layout-flex\">\n<div class=\"wp-block-column is-layout-flow wp-block-column-is-layout-flow\" style=\"flex-basis:50%\"><h1 style=\"font-style:normal;font-weight:700;text-transform:capitalize\" class=\"wp-block-post-title has-xlarge-font-size\">8 FRAGEN AN KATRIN STR\u00d6BEL<\/h1>\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Katrin Str\u00f6bel (*1975) lebt und arbeitet in Marseille, Stuttgart und Rabat. Sie hat Bildende Kunst und Literaturwissenschaft studiert und parallel zur k\u00fcnstlerischen Arbeit in Kunstgeschichte \u00fcber das Verh\u00e4ltnis von Text und Bild in der zeitgen\u00f6ssischen Kunst promoviert. Sie ist Mutter.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Ihre Zeichnungen, ortsspezifischen Arbeiten und Installationen basieren auf einer kritischen Auseinandersetzung mit den sozialen und geopolitischen Bedingungen, die unseren gesellschaftlichen Alltag definieren. In zahlreichen zeichnerischen Werken und Collagen dekonstruiert die K\u00fcnstlerin Geschlechterverh\u00e4ltnisse und weibliche Stereotypen. Ihre Arbeit besch\u00e4ftigt sich zudem mit kulturellen Codes und (visuellen) Sprachen sowie mit Kolonialismus, Migration und Vertreibung, und zeigt, wie stark Gender- und Geopolitiken miteinander verbunden sind.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Seit 2004 hat Katrin Str\u00f6bel regelm\u00e4\u00dfig u. a. in Marokko, Nigeria, Senegal, S\u00fcdafrika, Peru, Australien und den USA gearbeitet. Sie ist seit rund 15 Jahren international in Einzel- und Gruppenausstellungen vertreten. Sie lehrte rund 10 Jahre als Professorin an der Villa Arson, \u00c9cole nationale sup\u00e9rieure d\u2019art in Nizza, seit Fr\u00fchjahr 2023 lehrt sie an der Staatlichen Akademie der bildenden K\u00fcnste Stuttgart. Seit 2013 arbeitet Katrin Str\u00f6bel gemeinsam mit dem marokkanischen K\u00fcnstler Mohammed Laouli an \u201efronti\u00e8res fluides \u2013 fluides boundaries\u201c, einem plurimedialen Projekt, das sich mit Grenz\u00fcberschreitungen und Transitbewegungen zwischen Nordeuropa und dem Mittelmeerraum auseinandersetzt.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\"><a href=\"http:\/\/www.katrin-stroebel.de\" data-type=\"link\" data-id=\"www.katrin-stroebel.de\" target=\"_blank\" rel=\"noreferrer noopener\">www.katrin-stroebel.de<\/a><\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\"><\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\"><\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\"><strong>1. Du hast dein Studium 2001\/02 an der ABK und der Universit\u00e4t Stuttgart abgeschlossen und anschlie\u00dfend in Kunstgeschichte promoviert. Welches waren deine ersten Schritte in die professionelle k\u00fcnstlerische T\u00e4tigkeit?<\/strong><\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Meine ersten Schritte in die k\u00fcnstlerische T\u00e4tigkeit waren eher von Neugier gepr\u00e4gt und weder besonders professionell noch besonders strategisch, im Gegenteil&#8230; Wir wurden damals von der Hochschule kaum auf das Leben nach dem Abschluss vorbereitet. Ich habe in relativer Naivit\u00e4t einfach losgelegt, und hielt mich mit ersten Verk\u00e4ufen, Jobs in Kunstvermittlung und Gestaltung \u00fcber Wasser. Ich hatte von Beginn an Interesse, mehr \u00fcber Kunst in anderen geografischen Kontexten zu lernen, und von au\u00dfen und mit etwas Abstand auf die eurozentristische Kunstblase zu schauen. Daher habe ich mich zun\u00e4chst f\u00fcr Residencies im Ausland beworben, die mir zudem finanziell erlaubten zwei, drei Monate oder l\u00e4nger irgendwo zu leben und zu arbeiten, erst in Frankreich, dann in Marokko, im Senegal und in verschiedenen anderen vorrangig afrikanischen L\u00e4ndern. Damals gab es zumindest an der Hochschule und in meinem Umfeld kaum dekoloniale Diskurse, der globale S\u00fcden war noch nicht wirklich auf dem Radar der europ\u00e4ische Kunstwelt. Ich kann mich noch an die documenta11 von Okwui Enwezor 2002 erinnern, ich verstand das alles nur in Teilen und konnte das auch nicht wirklich analysieren. Aber ich verstand, dass diese documenta von gro\u00dfer Bedeutung war, und dass wir in Europa oft keine Ahnung hatten, was sonst so in der Welt in der zeitgen\u00f6ssischen Kunst los war.<br>R\u00fcckblickend k\u00f6nnte man meinen, dass ich strategisch gehandelt habe, aber zu der Zeit wurde ein solches Interesse an nicht-europ\u00e4ischen Kunstszenen \u2013 zumindest in meinem Umfeld \u2013 eher mit Achselzucken kommentiert. Ich erinnere mich noch gut, wie ich einem der Betreuer meiner Doktorarbeit sagte, dass ich die Arbeit an der Promotion unterbrechen wollte, um ein mehrmonatiges Nordafrika-Stipendium anzutreten. Seine Reaktion damals war: Was willst du denn dort? Gibt es da \u00fcberhaupt zeitgen\u00f6ssische Kunst?<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\"><strong>2. Welche Stipendien, Preise und anderen F\u00f6rderungen hast du zu Beginn deiner Karriere erhalten und inwiefern haben dich diese Programme bei der Weiterentwicklung deiner Arbeit unterst\u00fctzt? Welche Formen der K\u00fcnstler:innen-F\u00f6rderung w\u00fcrdest du dir dar\u00fcber hinaus w\u00fcnschen?<\/strong><\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Ich habe parallel zum Beginn meiner k\u00fcnstlerischen T\u00e4tigkeit promoviert, das war Segen und Fluch zugleich. Ein Vorteil war aber, dass ich mich sowohl um k\u00fcnstlerische als auch um wissenschaftliche Stipendien bewerben konnte. Mein Promotionsstipendium der Heinrich-B\u00f6ll-Stiftung hat unwissentlich manches Kunstprojekt mitfinanziert. Das Stipendium an der Cit\u00e9 internationale des arts in Paris war wichtig, weil dort viele langj\u00e4hrige Freundschaften mit K\u00fcnstler:innen aus der ganzen Welt begonnen haben. Diese Freundschaften waren sp\u00e4ter auch die Basis f\u00fcr gemeinsame Ausstellungsprojekte, z. B. in Peru oder S\u00fcdafrika. R\u00fcckblickend hatte ich das Gl\u00fcck, mit einem Mix aus Preisen, Stipendien, Galerieausstellungen und Nebenjobs ganz gut \u00fcber die ersten Jahre zu kommen. Aber wirkliche Programme zur Professionalisierung oder zur inhaltlichen Weiterentwicklung der Arbeit waren mir zum damaligen Zeitpunkt nicht bekannt. Damit h\u00e4tte ich in den Anfangsjahren viel wertvolle Zeit und Selbstvertrauen gewonnen.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Welche Formen der K\u00fcnstler:innen-F\u00f6rderung ich mir w\u00fcnschen w\u00fcrde, h\u00e4ngt auch davon ab, von welchem Zeitpunkt in einer k\u00fcnstlerischen Karriere wir sprechen. Zun\u00e4chst stehen die Akademien in der Verantwortung, die Studierenden besser auf die ersten Jahre k\u00fcnstlerischer T\u00e4tigkeit vorzubereiten und ihnen dabei zu helfen, Netzwerke zu bilden. Dann w\u00fcrde ich mir F\u00f6rderstrukturen f\u00fcr K\u00fcnstler:innen mit Kindern w\u00fcnschen, die Kunstwelt bleibt nach wie vor recht familienfeindlich. Das betrifft immer noch vorrangig K\u00fcnstlerinnen, die (die Zahlen zeigen das leider deutlich) auch schon ohne Kinder nach wie vor in der Kunstwelt strukturell benachteiligt sind und es unglaublich schwer haben, beim ersten Kind nicht direkt rauskatapultiert zu werden. Und nicht zuletzt sehe ich r\u00fcckblickend bei mir und bei vielen anderen, dass die eigentlich harte Zeit eher so ab 40 beginnt, weil es da kaum noch F\u00f6rderm\u00f6glichkeiten gibt, die einem das Durchhalten etwas erleichtern w\u00fcrden.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\"><strong>3. Welche Strukturen sind f\u00fcr dich wichtig, um deine k\u00fcnstlerische Praxis voranzubringen? Wie organisierst du dich?<\/strong><\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Das Wichtigste sind auf jeden Fall langj\u00e4hrige und enge Freundschaften mit anderen K\u00fcnstler:innen und Kulturschaffenden, das ist das Netz, das mich tr\u00e4gt. Das sage ich auch immer meinen Studierenden. Kein:e angesagte:r Kurator:in, keine gro\u00dfartige Galerie ersetzt diese Basis! Das sind die Sofas in anderen St\u00e4dten, auf denen man schl\u00e4ft, wenn man mal wieder eine Ausstellung ohne vern\u00fcnftiges Budget macht, das sind die n\u00e4chtlichen Diskussionen, die einen davon abhalten alles hinzuschmei\u00dfen, das sind die wichtigen Momente geteilter Freude an der Kunst, die einen tragen und helfen, die eigene Arbeit weiterzuentwickeln.<br>Dar\u00fcber hinaus habe ich das Gl\u00fcck, ein halbwegs organisierter Mensch zu sein. Auch die Tatsache, dass ich mir mein Studium zum gr\u00f6\u00dften Teil selbst finanziert habe, hat mir geholfen. So war ich von Anfang an den m\u00fchsamen Spagat zwischen Jobs und Atelierzeit gewohnt, der \u00dcbergang in die k\u00fcnstlerische Selbstst\u00e4ndigkeit war dadurch gar nicht so gro\u00df.<br>Aber egal in welchem Alter oder Karriereabschnitt, der Kampf um die Atelierzeit bleibt und jede Stunde muss oft m\u00fchsam erarbeitet werden.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\"><strong>4. Du bist seit einigen Jahren mit deiner Arbeit international unterwegs, insbesondere auch in au\u00dfereurop\u00e4ischen Kontexten. Wie erlebst du die Arbeits- und Rahmenbedingungen des internationalen Kunstbetriebs, insbesondere im Zusammenhang mit den aktuellen Krisen?<\/strong><\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Nat\u00fcrlich gibt es gro\u00dfe Ver\u00e4nderungen, nat\u00fcrlich gibt es weniger Geld f\u00fcr Kunst, nat\u00fcrlich versch\u00e4rfen sich bestimmte Debatten, aber meine eigene Position bleibt dennoch sehr privilegiert. Die Rahmenbedingungen sind nat\u00fcrlich ganz unterschiedlich. <br>Brutal sind diese Ver\u00e4nderungen vor allem f\u00fcr K\u00fcnstler:innen aus au\u00dfereurop\u00e4ischen L\u00e4ndern, die in Europa tempor\u00e4r oder langfristig arbeiten m\u00f6chten. F\u00fcr sie ist es fast unm\u00f6glich geworden, ein Visum z. B. f\u00fcr Ausstellungen oder Projekte in Europa zu erhalten, selbst wenn diese in staatlichen Institutionen stattfinden, von kleineren Projekten ganz zu schweigen. Das sich so weltoffen gebende Deutschland ist da leider ganz vorne mit dabei.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Aber auch f\u00fcr nicht-europ\u00e4ische K\u00fcnstler:innen, die dauerhaft in Europa leben, wird die Lage immer prek\u00e4rer und problematischer. Die wenigsten Institutionen, egal ob Hochschulen oder Ausstellungsorte machen sich bewusst, wie unfassbar viel Energie, Zeit und Geld diese K\u00fcnstler:innen aufbringen m\u00fcssen, um zumindest tempor\u00e4re Stabilit\u00e4t zu haben. Und nur sehr wenige Institutionen nehmen ihre Verantwortung wahr und unterst\u00fctzen die K\u00fcnstler:innen dabei.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\"><strong>5. Du hast von 2013 bis 2023 an der Villa Arson in Nizza gelehrt, im Mai dieses Jahres hast du eine Professur an der ABK Stuttgart angetreten. &nbsp;Wie bereitest du deine Studierenden auf ihre sp\u00e4tere Laufbahn vor? Hast du den Eindruck, dass K\u00fcnstler:innen heute oder in Zukunft mit anderen Kompetenzen ausgestattet sein m\u00fcssen als noch vor zehn, zwanzig Jahren?<\/strong><\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Notwendige oder sinnvolle Kompetenzen \u00e4ndern sich \u00fcberall, auch im Kunstbetrieb.<br>Die Vorbereitung an den franz\u00f6sischen Hochschulen funktioniert teilweise anders, zumindest an einer Hochschule wie der Villa Arson in Nizza. Als Lehrende hatte ich dort die M\u00f6glichkeit, Kurator:innen und K\u00fcnstler:innen zu Diplomen und Pr\u00e4sentationen einzuladen, und auch die Diplomausstellungen werden von externen Kurator:innen begleitet. Das erm\u00f6glicht den Studierenden in Frankreich, bereits w\u00e4hrend des Studiums wichtige professionelle Kontakte zu kn\u00fcpfen. Und man lernt, seine Arbeit einem unbekannten Fachpublikum zu pr\u00e4sentieren, das ist wirklich wertvoll. Ich sehe im Vergleich, dass sich die Studierenden in Stuttgart da zum Teil doch recht schwertun: daher sind Treffen mit Kurator:innen, aber auch m\u00fcndliche Pr\u00e4sentationen, Portfolioberatung wichtiger Bestandteil meines Unterrichts. Ich lege auch gro\u00dfen Wert darauf, dass die Studierenden ins Ausland gehen und sich nicht nur von einer (regionalen) Kunstszene abh\u00e4ngig machen.<br>Mir ist es aber auch wichtig zu vermitteln, dass das Kunstsystem ein ausdifferenziertes Biotop ist, in dem jede:r seine:ihre biologische Nische finden kann. Es geht als nicht darum, um jeden Preis \u201eKarriere zu machen\u201c, sondern den Platz im Kunstsystem zu finden, der einem entspricht.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\"><strong>6. Momentan bist du als Mentorin am \u201eKunstb\u00fcro Mentoring\u201c beteiligt. Worin liegt f\u00fcr dich die besondere Qualit\u00e4t eines solchen Programms?<\/strong><\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Wie schon zu Beginn erw\u00e4hnt, ein solches Programm h\u00e4tte mir sicherlich geholfen, Wissen, Netzwerke und Kompetenzen zu entwickeln, die ich mir so mit viel Zeit und M\u00fche selbst erarbeitet habe. Besonders relevant ist f\u00fcr mich dabei der intergenerationelle Aspekt. Ich denke es ist sehr hilfreich f\u00fcr junge K\u00fcnstler:innen, im Austausch mit Mentor:innen zu sein, die schon 10, 15 Jahre l\u00e4nger im Gesch\u00e4ft sind. Und es ist nat\u00fcrlich auch spannend f\u00fcr die Mentor:innen im Kontakt mit j\u00fcngeren K\u00fcnstler:innen zu sein, so bleibt man auf dem Laufenden!<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\"><strong>7. Was interessiert dich an deiner Rolle als Mentorin und wie sieht deine Zusammenarbeit mit Gin Bahc im Rahmen des Programms konkret aus?<\/strong><\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Gins Arbeit hat mich interessiert, weil sie so vielseitig arbeitet und wirklich eine aktuelle, ganz eigene k\u00fcnstlerische Sprache jenseits von irgendwelchen Modeerscheinung entwickelt hat, sie ist mir gleich aufgefallen. Sie ist sehr fein in ihren Beobachtungen, gerade auch des deutschen Umfelds, ihrem scharfen, ehrlichen und oft humorvollen Blick entgeht nichts!<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Auch wenn ich als K\u00fcnstlerin mit einem deutschen Pass in Frankreich oder Marokko einen eher privilegierten Status habe, so wei\u00df ich selbst von meinem Leben im Ausland, dass es manchmal schwierig ist, sich in der \u00f6rtlichen Kunstszene nachhaltig zu etablieren und ich wei\u00df auch von der Betreuung vieler Studierender, die aus au\u00dfereurop\u00e4ischen L\u00e4ndern kommen, dass ihr Alltag hier voller H\u00fcrden ist, die sie erst einmal meistern m\u00fcssen, bevor sie \u00fcberhaupt zum eigentlichen Arbeiten kommen: \u00a0Sprache, Visum, Krankenkasse, Verwaltung etc. aber diskriminierende Strukturen, allt\u00e4glicher Rassismus oder einfach die ungeschriebenen Gesetze der europ\u00e4ischen oder deutschen Kunstszenen. Vielen deutschen K\u00fcnstler:innen oder Institutionen ist oft gar nicht klar, was das f\u00fcr ein Kampf ist. Gin ist zwar sehr autonom und auch erfolgreich mit ihrer Arbeit. Ich hoffe aber, dass ich mit meinen Erfahrungen und meinen Kontakten zumindest teilweise den Weg ein kleines bisschen erleichtern kann. Dazu geh\u00f6ren auch praktische Dinge wie Bewerbungen oder Portfolios gemeinsam zu \u00fcberarbeiten. Es geht aber in unseren Gespr\u00e4chen vor allem um die Kunst, die Inhalte und unsere jeweilige Position als K\u00fcnstlerin. Und wir sind gerade auch dabei, ein gemeinsames Projekt an der Schnittstelle zwischen Zeichnung und Performance zu entwickeln.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\"><strong>8. Woran arbeitest du aktuell? Worauf freust du dich?<\/strong><\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Ich habe gerade eine gr\u00f6\u00dfere institutionelle Einzelausstellung abgeschlossen, parallel dazu ist im Oktober ein Katalog erschienen, der einen \u00dcberblick \u00fcber Zeichnungen, Collagen und Arbeiten auf Papier der letzten 18 Jahre gibt. Zudem waren die letzten Monate vom Hochschulwechsel gepr\u00e4gt, das war ein ziemlicher Marathon zwischen Nizza, Marseille und Stuttgart. Ich freue mich daher vor allem dar\u00fcber, dass es nun hoffentlich irgendwann etwas ruhiger wird, und dass ich Zeit habe, mich mit meinem Rechercheprojekt zu Zeichnung als emanzipatorischer Praxis zu besch\u00e4ftigen, an dem ich seit rund zwei Jahren arbeite. In Zukunft freue ich mich vor allem darauf, mich einfach im Atelier zu verkriechen und Neues zu beginnen.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">(November 2023)<\/p>\n<\/div>\n\n\n\n<div class=\"wp-block-column is-layout-flow wp-block-column-is-layout-flow\" style=\"flex-basis:40%\">\n<figure class=\"wp-block-image size-full is-style-colored-bg-pastel\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" width=\"1200\" height=\"1581\" src=\"https:\/\/www.kunstbuero-bw.de\/wp-content\/uploads\/katrin_stroebel_foto_gin_bahc.jpeg\" alt=\"\" class=\"wp-image-4557\" srcset=\"https:\/\/www.kunstbuero-bw.de\/wp-content\/uploads\/katrin_stroebel_foto_gin_bahc.jpeg 1200w, https:\/\/www.kunstbuero-bw.de\/wp-content\/uploads\/katrin_stroebel_foto_gin_bahc-777x1024.jpeg 777w, https:\/\/www.kunstbuero-bw.de\/wp-content\/uploads\/katrin_stroebel_foto_gin_bahc-152x200.jpeg 152w, https:\/\/www.kunstbuero-bw.de\/wp-content\/uploads\/katrin_stroebel_foto_gin_bahc-768x1012.jpeg 768w, https:\/\/www.kunstbuero-bw.de\/wp-content\/uploads\/katrin_stroebel_foto_gin_bahc-1166x1536.jpeg 1166w, https:\/\/www.kunstbuero-bw.de\/wp-content\/uploads\/katrin_stroebel_foto_gin_bahc-1024x1349.jpeg 1024w, https:\/\/www.kunstbuero-bw.de\/wp-content\/uploads\/katrin_stroebel_foto_gin_bahc-640x843.jpeg 640w, https:\/\/www.kunstbuero-bw.de\/wp-content\/uploads\/katrin_stroebel_foto_gin_bahc-320x422.jpeg 320w\" sizes=\"auto, (max-width: 1200px) 100vw, 1200px\" \/><figcaption class=\"wp-element-caption\">Foto: Gin Bahc<\/figcaption><\/figure>\n<\/div>\n<\/div>\n","protected":false},"featured_media":4557,"template":"","materialtype":[40],"class_list":["post-4556","material","type-material","status-publish","has-post-thumbnail","hentry","materialtype-interviews"],"acf":[],"_links":{"self":[{"href":"https:\/\/www.kunstbuero-bw.de\/de\/wp-json\/wp\/v2\/material\/4556","targetHints":{"allow":["GET"]}}],"collection":[{"href":"https:\/\/www.kunstbuero-bw.de\/de\/wp-json\/wp\/v2\/material"}],"about":[{"href":"https:\/\/www.kunstbuero-bw.de\/de\/wp-json\/wp\/v2\/types\/material"}],"wp:featuredmedia":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.kunstbuero-bw.de\/de\/wp-json\/wp\/v2\/media\/4557"}],"wp:attachment":[{"href":"https:\/\/www.kunstbuero-bw.de\/de\/wp-json\/wp\/v2\/media?parent=4556"}],"wp:term":[{"taxonomy":"materialtype","embeddable":true,"href":"https:\/\/www.kunstbuero-bw.de\/de\/wp-json\/wp\/v2\/materialtype?post=4556"}],"curies":[{"name":"wp","href":"https:\/\/api.w.org\/{rel}","templated":true}]}}