Kontext

Beruf Kunstkritiker/in. Herausforderungen, Einflussnahme und Möglichkeiten

Freitag, 28.10.2016; 19:00 Uhr

Kunstmuseum Stuttgart

Podiumsdiskussion mit Nicolai Forstbauer (Stuttgarter Nachrichten), Jörg Heiser (Frieze), Catrin Lorch (Süddeutsche Zeitung), Hanna Magauer (Texte zur Kunst) und Kolja Reichert (FAZ)

Moderation: Dr. Sven Beckstette (Kunstmuseum Stuttgart)

Immer wieder wird das Ende der Kunstkritik heraufbeschworen. Zum einen sind die ökonomischen Bedingungen gerade für freie Autoren/innen prekär, zum anderen tragen die allseitige Vernetzung im virtuellen und realen Leben aber auch die vielschichtigen Verflechtungen innerhalb des gesamten Feldes dazu bei, dass unabhängige Außenperspektiven nur schwer einzunehmen sind. So gehen Pressearbeit und Kunstkritik oft Hand in Hand und negative Äußerungen bzw. kritische Formulierungen werden schnell zu Werbezwecken vereinnahmt. Zudem entwickelt sich zunehmend der Eindruck, dass die Globalisierung des Kunstbetriebs es schwieriger macht, einen eigenen Standpunkt und eigene Bewertungskriterien zu entwickeln. Für junge Kunsthistoriker/innen oder Kunstschaffende scheint der Beruf des/der Kunstkritikers/in nur in Ausnahmefällen eine Option zu sein.

Was bedeutet vor diesem Hintergrund Kunstkritik? Welche Rolle spielt sie im Betrieb und wie lässt sie sich betreiben? Trägt die Kunstkritik zur Steigerung des Marktwertes bei? Für wen wird Kunstkritik geschrieben?

Die Teilnehmer/innen:
Jörg Heiser ist Professor und Direktor am Institut Kunst im Kontext der Universität der Künste in Berlin und Editor at Large von frieze magazine. Er schreibt Kunstkritiken für die Süddeutsche Zeitung. 2007 erschien sein Buch Plötzlich diese Übersicht. Was gute zeitgenössische Kunst ausmacht, sowie zuletzt Doppelleben Kunst und Popmusik (Fundus/Philo Fine Arts, 2016). 

Catrin Lorch (* 1965 in Frankfurt am Main) studierte nach einem Redaktionsvolontariat bei der Offenbach-Post Kunstgeschichte, Journalismus, Germanistik und Städtebau in Frankfurt, New York und Bonn. Sie war Kuratorin und Direktorin der Videonale in Bonn. 2006 erhielt sie den Kunstkritikpreis der Art Cologne. Seit 2009 ist sie bei der Süddeutschen Zeitung für zeitgenössische Kunst verantwortlich.

Hanna Magauer war von 2013 bis Juli 2016 Redakteurin bei "Texte zur Kunst", wo sie weiterhin im redaktionellen Beirat tätig ist. Zuvor studierte sie Kunstgeschichte sowie Literatur- und Medienwissenschaften an der Humboldt Universität zu Berlin und der Universität Konstanz. Aktuell arbeitet sie an einem Promotionsvorhaben zu Künstlergruppierungen im Frankreich der frühen 80er Jahre.

Kolja Reichert (* 1982 in Starnberg, aufgewachsen in Würzburg, bei Gießen und im Schwäbisch-Fränkischen Wald) studierte Philosophie und Neuere Deutsche Literatur in Berlin. Ab 2006 Autor für den „Tagesspiegel“, später auch für „Die Welt“, „Welt am Sonntag“, „Die Zeit“ und für Kunstmagazine wie „art“, „Weltkunst“ und „frieze d/e“. 2012 Preis für Kunstkritik der deutschen Kunstvereine und der Art Cologne. Essays, Vorträge und Lehrveranstaltungen zu Kunst und Aufmerksamkeitsökonomie. Ab Ende 2014 Redakteur des Magazins „Spike Art Quarterly“. Seit Juli 2016 Redakteur für Kunst im Feuilleton der FAZ.


Kunstmuseum Stuttgart
Kleiner Schlossplatz 1, 70173 Stuttgart

Eintritt frei!
Anmeldung erbeten unter: info(at)kunstbuero-bw.de 

Eine Kooperation des Kunstbüros der Kunststiftung Baden-Württemberg mit dem Kunstmuseum Stuttgart und dem Institut für Kunstgeschichte der Universität Stuttgart

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