8 Fragen an... Hanna Schwarz

Hanna Schwarz studierte an der Hochschule für Bildende Künste in Hamburg bei Stephan Dillemuth und Cosima von Bonin. Sie arbeitet mit den Medien Skulptur, Collage, Zeichnung und Film und beschäftigt sich thematisch mit Bewegung, Geste, und Tanz.

Für ihre Arbeiten hat sie bereits eine Vielzahl an Auszeichnungen erhalten, darunter auch das Stipendium der Kunststiftung Baden-Württemberg 2011. Hannah Schwarz wird von mehreren Galerien vertreten und hatte bereits zahlreiche Ausstellungen im In- und Ausland.

1. Gab es für Dich vor Beginn Deines Studiums bestimmte Kriterien, warum Du Dich für die Kunstakademie in Hamburg entschieden hast? Welche Professor/innen haben Dich besonders beeinflusst?

In den ersten beiden Jahren habe ich hauptsächlich außerhalb der HfBK(Hochschule für Bildende Kunst) studiert. Es gab die Künstlergruppe Akademie Isotrop, die einige Freunde von mir gegründet hatten und ich kam dann etwas später dazu – das war ziemlich prägend, denke ich. Dann kamen Cosima von Bonin und Stephan Dillemuth als Gastprofessor/innen an die Kunstakademie. Beide waren sehr daran interessiert, dass sich das was sie tun nicht nur innerhalb der Hochschule abspielt, sondern immer auch einen Weg nach draußen findet. Wir haben damals selbst Ausstellungen (außerhalb der HfBK) organisiert und auch in Institutionen als Klasse/Gruppe ausgestellt. So blieb die Akademie selbst immer eher zweitrangig.

2. Wurdest Du während Deines Studiums auch auf die berufspraktischen Herausforderungen vorbereitet? Wenn ja – war das hilfreich/wenn nein – hättest du Dir das gewünscht?

Natürlich wünscht man sich da irgendwie eine Anleitung. Es gibt so viele unterschiedliche Entwürfe und Wege, Künstlerin zu sein. Aber jeder geht da einen ganz eigenen Pfad.

3. Du hattest bereits zahlreiche Stipendien. Welches dieser Stipendien war für Dich am wichtigsten und warum?

Ich war 2013 für drei Monate in Kyoto. Das war toll, weil ich da ein großes Studio zur Verfügung hatte und drei Monate Zeit in Japan verbracht habe. Eine sehr gute Ausgangssituation, um sich das Land anzuschauen und auch etwas weiter darauf einzulassen. Da kommen mir immer wieder Erinnerungen, auf die ich auch in meiner Arbeit zurück greifen kann. Residencies fand ich allerdings auch immer sehr fordernd; man landet irgendwo, wo man niemanden kennt und ist sehr auf sich zurück geworfen.

4. Ist es Deiner Meinung nach wichtig für den Erfolg eines/r Künstlers/in, von einer Galerie vertreten zu werden?

Es ist auf jeden Fall hilfreich, mit einer Galerie zusammen zu arbeiten. Wenn die Zusammenarbeit gut funktioniert, kann das sehr befruchtend sein – für beide Seiten. Künstler/innen müssen in der Lage sein, etwas zu liefern – Galerien müssen in der Lage sein, das was da kommt an die richtigen Adressat/innen zu verteilen. Das ist in jedem Fall eine Gratwanderung.

5. Was und wo war Dein schönstes Ausstellungserlebnis?

Vor der Eröffnung einer Gruppenausstellung im Kunsthaus Glarus in der Schweiz bin ich mit ein paar anderen beteiligten Künstler/innen mit  der Seilbahn auf den Berg gefahren und wir haben eine Schneewanderung in der Sonne (über den Wolken!) gemacht. Dann ging es wieder zurück in die graue Suppe und die Eröffnung begann.

6. Deine Themen sind Tanz, Bewegung, Mimik, Gestik – wie bist Du auf diesen Themenkomplex gekommen?

Mich hat es interessiert, wie sich Tanz und (vornehmlich weiblicher) Körper zueinander verhalten und inwieweit das auch ein feministisches Statement sein kann, bzw. wie ich selbst und mein Körper da irgendwie auch immer mit drin stecken. Ich will mich aber gar nicht so sehrauf ein Thema reduzieren. Ich glaube, das kommt dann immer schnell von außen.

7. Glaubst Du, dass es für den künstlerischen Werdegang wichtig ist, dass man sich als Künstler/in dauerhaft bestimmten Themen widmet? Oder ergibt sich das automatisch?

Ich denke es ist wichtig dass man sich mit dem, was man tut wohl fühlt, bzw. das was man tut einem selbst entspricht. Wenn ich etwas mache, was mir fremd oder komisch vorkommt, dann kann ich das auch nicht in einer Öffentlichkeit zeigen, weil ich dann nicht dafür einstehen kann. „Themenkomplexe“ sind vielleicht eher eine Sache, die sich Kurator/innen ausdenken und dann Künstler/innen den Themen zuordnen. Ich glaube, es ist eher eine Art Sprache, die man für sich finden muss, dann kann man sich jedem x-beliebigen Thema widmen und trotzdem bleibt man darin sichtbar.

8. Was sind deine persönlichen Wünsche für Dein künstlerisches Leben?

Love, Peace and Cash!

(Juni 2018)

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